
Eine betriebliche Krankenversicherung kostet den Arbeitgeber je nach Leistungsumfang derzeit etwa 10 bis 56 Euro pro Mitarbeiter und Monat (Stand August 2026). Das ist der eine Teil der Antwort.
Der andere: Der Beitrag allein sagt noch nicht, was die betriebliche Krankenversicherung Ihr Unternehmen im Jahr wirklich kostet. Dafür fehlen die Altersstruktur Ihrer Belegschaft, die Zahl der Teilnehmenden und die Frage, was oberhalb von 50 Euro im Monat steuerlich passiert.
Dieser Beitrag ordnet die Kosten aus Arbeitgebersicht: die Spannen am Markt, die Treiber dahinter, die Rechnung fürs Jahr und die Posten, die in keinem Angebot stehen.
Was eine bKV kostet: die Spannen am Markt
Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) ist eine private Krankenzusatzversicherung, die der Arbeitgeber für seine Belegschaft abschließt — in der Regel als Gruppenvertrag ohne Gesundheitsprüfung.
Am weitesten verbreitet ist das Budgetmodell: Jeder Mitarbeitende bekommt ein festes Jahresbudget für Zahnersatz, Sehhilfen, Vorsorge oder Heilpraktiker.
Leistung | Beitrag je Mitarbeiter/Monat |
|---|---|
Einstiegs- und Vorsorgetarife ohne Budget, Gesundheitsbudget 300 €/Jahr | rund 6 bis 13 € |
Gesundheitsbudget 600 €/Jahr | rund 17 bis 35 € |
Gesundheitsbudget 1.000 bis 1.500 €/Jahr | rund 33 bis 56 € |
Die Spannen stammen aus den öffentlich einsehbaren Tarifwerken mehrerer Anbieter, Stand August 2026. Sie sind eine Orientierung, kein Angebot.
Neben dem Budgetmodell gibt es zwei weitere Bauarten. Bausteintarife kombinieren feste Leistungsmodule, etwa Zahn plus Vorsorge — jeder Baustein wird einzeln bepreist. Summentarife decken eine Leistungsart mit fester Erstattungssumme ab, meist Zahnersatz, und liegen bei enger Leistung oft unter dem Budgetmodell.
Wovon der Beitrag abhängt
Fünf Faktoren erklären fast die gesamte Spanne:
Budgethöhe. Der lineare Treiber. Zwischen 300 und 1.500 Euro Jahresbudget liegt beim selben Anbieter regelmäßig der Faktor drei bis vier im Monatsbeitrag.
Altersstruktur der Belegschaft. Mehrere Anbieter staffeln nach Altersgruppen. Bei identischem Budget kann der Beitrag für eine ältere Belegschaft gut das Doppelte einer jungen betragen.
Gruppengröße und Mindestteilnahme. Gruppenverträge ohne Gesundheitsprüfung setzen eine Mindestzahl an Teilnehmenden voraus — je nach Anbieter und Budgethöhe ab einer Handvoll Personen.
Leistungsumfang. Zahnersatz, stationäre Zusatzleistungen und Sehhilfen sind die teuren Bausteine, Vorsorge und Prävention die günstigen.
Beitragsanpassungen. Die bKV ist eine private Krankenversicherung — die Beiträge werden regelmäßig überprüft. Ein einmal genannter Beitrag ist keine Zusage für die Vertragslaufzeit.
Merksatz: Wer eine Kalkulation ohne Altersangaben bekommt, hat noch keine Kalkulation.
Was es Ihr Unternehmen im Jahr kostet
Die Jahresrechnung ist einfach:
Monatsbeitrag × Zahl der Teilnehmenden × 12 = Jahreskosten
Beispiel. Ein Betrieb mit 30 Mitarbeitenden und einem Gesundheitsbudget von 600 Euro im Jahr liegt bei einem Monatsbeitrag von 17 bis 35 Euro zwischen rund 6.100 und 12.600 Euro im Jahr. Derselbe Betrieb mit einem Einstiegstarif landet bei rund 2.200 bis 4.700 Euro.
Zwei Punkte verschieben diese Rechnung:
Nicht jeder nimmt teil. In Gruppenverträgen ohne Gesundheitsprüfung ist die Teilnahme meist obligatorisch für die definierte Gruppe — dann rechnen Sie mit voller Kopfzahl. Bei freiwilligen Modellen zahlen Sie nur für Teilnehmende, verlieren aber die günstigen Gruppenkonditionen.
Fluktuation kostet Verwaltung, nicht Beitrag. Ein- und Austritte werden gemeldet, nicht neu verhandelt. Der Aufwand liegt in der Meldung.
Steuern und Sozialabgaben: die 50-Euro-Grenze
Der Arbeitgeberbeitrag zur bKV ist für den Mitarbeitenden ein geldwerter Vorteil. Solange dieser Sachbezug 50 Euro im Kalendermonat nicht übersteigt, bleibt er nach § 8 Absatz 2 Satz 11 EStG steuerfrei — und damit auch beitragsfrei in der Sozialversicherung.
Es ist eine Freigrenze, kein Freibetrag. Wird sie um einen Cent überschritten, ist der gesamte Betrag steuerpflichtig, nicht nur der übersteigende Teil.
Zwei weitere Details entscheiden in der Praxis:
Andere Sachbezüge zählen mit. Tankgutschein, Jobticket oder Sachgeschenke laufen in dieselbe Grenze. Wer bereits 44 Euro anderweitig ausschöpft, hat für die bKV faktisch keinen Spielraum mehr.
Oberhalb der Grenze gibt es Wege, aber sie kosten. Sachzuwendungen an Arbeitnehmer können nach § 37b EStG pauschal mit 30 Prozent versteuert werden; ausgeschlossen ist das, sobald die Aufwendungen je Empfänger und Wirtschaftsjahr 10.000 Euro übersteigen. Ob dieser Weg günstiger ist als die Versteuerung beim Mitarbeitenden, ist eine Rechnung für Ihren Steuerberater.
Wichtig für die Lohnsteuerprüfung: Damit die bKV überhaupt als Sachbezug gilt, muss der Arbeitgeber den Versicherungsschutz gewähren — nicht einen Geldbetrag zur freien Verwendung auszahlen. Diese Abgrenzung gehört vor den Abschluss geklärt, nicht danach.
Die Kosten, die in keinem Angebot stehen
Der Beitrag ist der sichtbare Teil. Drei Posten stehen daneben:
Einführung und Kommunikation. Ein Gesundheitsbudget, von dem die Belegschaft nichts weiß, wird nicht abgerufen — und ein Benefit, den niemand kennt, ist keiner.
Laufende Verwaltung. Ein- und Austritte, Namensänderungen, Nachfragen zu Erstattungen. Wer das im Lohnbüro nebenher abbildet, zahlt in Zeit statt in Beitrag. Wie sich das ohne Papierschleifen lösen lässt, steht auf unserer Seite zur Digitalisierung der bAV — die Mechanik ist bei der bKV dieselbe.
Der Vergleich selbst. Tarifwerke sind zwischen Anbietern nicht direkt vergleichbar: andere Budgetstufen, andere Altersstaffeln, andere Wartezeiten und Höchstsätze in den ersten Jahren. Ein Preisvergleich ohne Leistungsvergleich führt regelmäßig zum falschen Ergebnis.
Worauf Sie vor dem Abschluss achten
Wartezeiten und Anfangsbegrenzungen. Viele Tarife begrenzen die Erstattung in den ersten Vertragsjahren. Das ist der Punkt, an dem Enttäuschung entsteht — ausgerechnet bei den Mitarbeitenden, die sofort zum Zahnarzt gehen.
Aufnahmefähigkeit. Wer ist eingeschlossen, ab welcher Betriebszugehörigkeit, was gilt für Teilzeit, Minijob und Auszubildende?
Was beim Austritt passiert. Kann der Mitarbeitende den Schutz privat fortführen, zu welchen Konditionen, mit oder ohne erneute Gesundheitsprüfung?
Verhältnis zu bestehenden Benefits. Die 50-Euro-Grenze ist ein gemeinsames Budget für alle Sachbezüge. Die bKV gehört deshalb in die Gesamtplanung — dazu passt unsere Seite zu Benefits implementieren.
Zusammenspiel mit der Altersversorgung. bKV und betriebliche Altersversorgung konkurrieren im Budget, aber nicht in der Wirkung: Die eine wirkt sofort und sichtbar, die andere langfristig. Warum die bAV als Benefit eine eigene Rolle spielt, steht im Beitrag zur betrieblichen Altersversorgung als Top-Benefit.
Häufige Fragen
Was kostet eine betriebliche Krankenversicherung pro Mitarbeiter?
Im August 2026 liegen die verbreiteten Budgettarife bei etwa 10 bis 56 Euro pro Mitarbeiter und Monat. Einstiegstarife ohne Gesundheitsbudget beginnen darunter, umfangreiche Budgets von 1.000 bis 1.500 Euro im Jahr liegen am oberen Ende.
Ist die bKV für Mitarbeitende kostenlos?
In der arbeitgeberfinanzierten Variante ja — der Betrieb zahlt den Beitrag. Steuerlich ist sie für den Mitarbeitenden bis 50 Euro im Monat ohne Folgen; darüber entsteht steuerpflichtiger Arbeitslohn, wenn nicht pauschal versteuert wird.
Sind die Beiträge für den Arbeitgeber Betriebsausgaben?
Beiträge zur bKV sind betrieblich veranlasster Aufwand. Wie sie im Einzelfall zu buchen und zu behandeln sind, klären Sie mit Ihrem Steuerberater — das hängt auch daran, ob Sie pauschal versteuern.
Gibt es eine Gesundheitsprüfung?
Beim Gruppenvertrag in der Regel nicht, das ist der zentrale Vorteil gegenüber dem privaten Abschluss. Voraussetzung ist eine Mindestteilnahme, und dafür muss die versicherte Gruppe sauber definiert sein.
Müssen alle Mitarbeitenden teilnehmen?
Das hängt am Modell. Obligatorische Gruppenverträge für eine klar definierte Gruppe sind günstiger und verzichten auf die Gesundheitsprüfung. Freiwillige Modelle sind flexibler, aber teurer je Kopf.
Lohnt sich eine bKV auch für kleine Betriebe?
Verbreitete Budgettarife sind bereits ab einer kleinen Zahl von Teilnehmenden zu haben; die Mindestteilnahme steigt bei manchen Anbietern mit der Budgethöhe. Für Betriebe unter zehn Mitarbeitenden lohnt der Vergleich besonders, weil die Anbieter dort sehr unterschiedliche Grenzen setzen.
Was ist besser: bKV oder Gehaltserhöhung?
Das ist eine Rechnung, keine Meinung. Eine Gehaltserhöhung wird voll verbeitragt und versteuert, ein Sachbezug bis 50 Euro nicht. Was für Ihre Belegschaft die bessere Wirkung hat, hängt an Struktur, Löhnen und bereits genutzten Sachbezügen.
Wie wir rechnen
Wir sind Makler, kein Vertriebsarm eines Versicherers: Wir vergleichen die Tarifwerke am Markt, rechnen Ihre Altersstruktur durch und legen Ihnen Beiträge samt Leistungsunterschieden nebeneinander.
Aus über 110 betreuten Unternehmen und mehr als 3.100 Mitarbeitergesprächen wissen wir außerdem, woran die Einführung in der Praxis hängt: an der Kommunikation, nicht am Tarif. Was wir aktuell anbieten, steht auf der Seite zum bKV-Gesundheitsbudget für Ihr Unternehmen.
Sie wollen wissen, was eine bKV für Ihre Belegschaft konkret kostet? Schreiben Sie uns über das Kontaktformular — ein Berater meldet sich per E-Mail.
Die Inhalte sind allgemein gehalten und ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall. Die genannten Beitragsspannen sind eine Marktorientierung vom Stand August 2026 und kein Angebot; maßgeblich sind die Tarifwerke der Versicherer zum Zeitpunkt des Abschlusses. Steuerliche Fragen stimmen Sie bitte mit Ihrem Steuerberater ab.
